Auf der Flüstergalerie

London, St. Pauls Kathedrale. Staunend hält die Besuchergruppe vor dem imposanten Bauwerk inne. Drinnen gibt es erst recht viel zu entdecken. Der Grundriss ist kreuzförmig und über der Mitte dieses Kreuzes erhebt sich die mächtige Kuppel. Hunderte von Treppenstufen führen zu den drei Galerien bis weit nach oben. Auf der Goldenen wird man mit einer grandiosen Sicht über die Stadt belohnt. Aber nach den ersten 259 Stufen erlebt man das Phänomen der Flüstergalerie. Jemand sagt an irgendeinem Punkt etwas leise gegen die Wand und kann auf der gegenüberliegenden Seite verstanden werden, denn der Ton wird durch die gebogenen Wände zur Gegenseite reflektiert. Zwei Personen können sich also gegenübersitzen, bei einem Durchmesser von 34 Metern, und miteinander im Flüsterton reden.

 

Das tönt faszinierend, erinnert aber auch daran, dass Worte, die einmal gesagt worden sind, nicht mehr zurückgenommen werden könne. Was wir scheinbar im Verborgenen oder als „Geheimnis“ sagen, wird ebensoleicht weitergetragen wie die Flüstertöne in der Galerie. Worte können weit reisen und unterwegs Schaden anrichten oder Segen verbreiten. Der weise Salomo warnt nicht umsonst: „Wo viel Worte sind, da geht’s ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug.“ Und Jakobus redet uns
ins Gewissen: „Mit der Zunge loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, liebe Brüder.“


Vielleicht überlege ich mir jetzt, ob es mir auch recht ist, wenn offenbar wird, was ich sage. Paulus lässt uns den guten Rat: „Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.“

 

Wochenzeitung Rubrik "AUSZEIT", Woche 18, 2011

Korpslosung

Ein ermutigender Bibelvers für dieses Jahr.

Nur er ist mein Fels

und mein Heil, dass ich

gewiss nicht fallen werde.

Psalm 62,3

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